Die Studiengänge Innovation & Management im Tourismus und Betriebswirtschaft der Fachhochschule Salzburg erarbeiten gemeinsam mit Projektpartnern aus Tirol, Bayern und Salzburg ein grenzüberschreitendes INTERREG-Projekt mit dem Titel “AttraktiverTourismus – Attraktivität und Imagebildung des Tourismus als Arbeitgeber” (AB256).
Der moderne und agile Tourismus bedeutet für die Projektregionen Salzburg, Tirol und Bayern einen zentralen und messbaren Wirtschafts- und Wohlstandsfaktor. Trotz der positiven Entwicklung in den letzten Jahrzehnten herrscht in den Projektregionen flächendeckend Mitarbeiter- und Fachkräftemangel. Moderner und attraktiver Tourismus lebt allerdings von Menschen, die Erfüllung im alltäglich gelebten Tourismus suchen und so auch Erfüllung und Zufriedenheit in dieser Lebensumwelt finden.
Das Projekt „AttraktiverTourismus“ versucht eine gemeinsame Nutzung der vorhandenen Potentiale sowie Erfahrungen der Partner in den Projektregionen in der Bewältigung des Fachkräftemangels im Tourismus zu ermöglichen.
Tourismus als Arbeitgeber
Der Glanz des Tourismus als erfüllende Wirkungsstätte zum individuellen Erwerbszweig hat in den letzten Jahren eine deutliche und vor allem eine gesellschaftliche Entwertung erfahren. Jenen Argumenten zum Trotz, die den Tourismus als attraktives Betätigungsfeld auszeichnen, wie beispielsweise Arbeit im internationalen Umfeld, Freude am Umgang mit Menschen, weltweite Jobchancen oder ein krisensicherer Arbeitsplatz, gibt es ebenso Gründe, warum der Tourismus eine vergleichsweise weniger attraktive Branche für ArbeitnehmerInnen darstellt. Besonders die Erwerbsbeschäftigung in der Hotellerie und Gastronomie ist häufig von unregelmäßigen Arbeitszeiten, vieler Nacht- und Wochenendarbeit, saisonalen Strukturen, einem unattraktiven Lohnniveau, stressigen Bedingungen zur Hauptgeschäftszeit und personellen Engpässen geprägt.
Was aber kennzeichnet ein „attraktives“ Unternehmen im Tourismus aus Sicht potenzieller Bewerber und bestehender Mitarbeiter? Was macht die Arbeitgeber- und Branchenattraktivität im Einzelnen aus, wie sind die Merkmale zu messen und zu bewerten? Welche Handlungsmöglichkeiten sind von Seiten der Arbeitgeber gegeben, um die Attraktivität gezielt zu steigern? Diesen Fragen gehen Mattia Rainoldi vom Studiengang Innovation & Management im Tourismus sowie Karin Foidl-Mehrländer vom Studiengang Betriebswirtschaft im Rahmen des dreijährigen Interreg-Projektes „Attraktivität und Imagebildung des Tourismus als Arbeitgeber“ nach.
DAS INTERREG-PROJEKT
Die Herausforderungen umfassen mehrere Themenfelder (Attraktivität und Image der Branche, Führungskräfte- sowie Organisationsentwicklung, Wissensmanagement, Mitarbeiterqualifikation als auch Digitalisierung), welche im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projekts unmittelbar in Beziehung zueinander gebracht werden sollen. Mit einer gezielten Strukturerhebung relevanter Faktoren der Arbeitgeber- und Branchenattraktivität wird ein digitales Bewertungstool geschaffen, welches die Attraktivität im Tourismus messbar und damit auch vergleichbar macht. Abgeleitet von den Studienergebnissen zur Arbeitgeber- und Branchenattraktivität wird ein Ausbildungsangebot im Rahmen von Workshops zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität im Tourismus konzipiert und in den Projektregionen durchgeführt. Mithilfe des digitalen Bewertungstools kann insbesondere die Umsetzbarkeit der Schulungsinhalte somit auch der Lernerfolg direkt auf die einzelnen Dimensionen der Arbeitgeberattraktivität mittel- sowie langfristig beobachtet werden. Entwicklungsworkshops in Projektregionen werden durchgeführt, die die Entwicklung von grenzüberschreitenden Maßnahmen und Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitgeber- und Branchenattraktivität sowie einen Erfahrungs- und Wissensaustausch ermöglichen. Die Projektziele werden durch zwei Kongresse und einer aktivierenden Imagekampagne begleitet, um eine langfristige Verbesserung der Perspektive von „Arbeit“ im Tourismus zu schaffen. Projektpartner sind die FH Salzburg (Lead-Partner) und FH Kufstein Tirol, Chiemgau Tourismus e.V. und die Standortagentur Tirol. Zudem unterstützen zahlreiche assoziierte Partner (WK Österreich, IHK München und Oberbayern, AMS Tirol, Bundesagentur für Arbeit Rosenheim, ITG Salzburg, Tourismusschule Klessheim, Tourismusschulen am Wilden Kaiser, Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land youtou, Zillertaler Tourismusschulen, Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern, Zell am See‑Kaprun Tourismus, Kitzbühel Tourismus, Tourismusverband Kaiserwinkl, Kaiserschaft Attraktives Arbeiten im Tourismus) das Projekt.